Joseph Gordon-Levitt schießt mit einem Sturmgewehr auf den Feind, auf dem gegenüberliegendem Dach. Er verfehlt mehrmals, weil der Attentäter eine zu gute Position inne hat. Tom Hardy schwingt sich ins Bild. „You shouldn´t be afraid to dream of a bigger one, darling“, schnalzt es süffisant aus seiner britischen Kehle. Er putzt den Typen mit einer Bazooka hinweg und läßt Joseph Gordon-Levitt – mit seiner Milchbubivissage einfach nur halb so cool – ziemlich scheiße aussehen. Schneidiger Typ, schneidige Szene. Der Film ist in seiner ersten Hälfte angelangt. Wenn alles so einfach ist: warum träumen wir uns nicht ein schönes Ende zusammen?
Was für eine CD. Vor einem Jahr wollte “Dark Night of the Soul” keiner rausbringen, dann starben die Musiker Mark Linkous und Vic Chesnutt. Jetzt gibt es das Album doch noch im Laden. Hier der kurze Film von David Lynch. Schönstes Lied: The Flaming Lips – Revenge.
reset from szymon kabala on Vimeo. Die Überschrift ist ein Zitat aus Samuel Becketts Kurzgeschichte Enough, zu finden in dem Buch First Love and Other Novellas.
Ich bin wirklich kein Fan von permanenten historischen Vergleichen und Parallelen oder Zitaten toter Männer. Was davon am Schluss bei mir bleibt, ist das Gefühl, dass alles schon einmal da war und man sich genauso gut zurücklehnen und es sich gemütlich machen kann. Aber hier mal eine ausdrückliche Einladung zum Zurücklehnen. Denn die Diskussion zwischen Marshall McLuhan (Wired zu seinem 99. Geburtstag am 21. Juli) und dem Schreiberling Norman Mailer von 1967 ist in vielen Teilen interessanter als heutige Talkrunden zu dem Thema. Es geht um Medienrevolutionen und wie sich die Menschen an eine neue (elektronische) Natur anpassen, wenn die alte abgeschafft ist.
Was für eine Aufregung. Nicht, dass etwas ungewöhnliches passiert wäre: Die Parteien stritten sich darüber, welche Partei den überparteilicheren Kandidaten aufgestellt hatte. Und am Schluss hatten, so schien es, alle verloren. Joachim Gauck, weil es nicht klappte. Christian Wulff, weil es so lange dauerte. In jedem Fall aber Angela Merkel, weil sie ihre Koalition nicht mehr im Griff hat. Ein weiteres Indiz für den Anfang vom Ende von Schwarz-Gelb? Nein. Der Rummel um die Bundespräsidentenwahl war nichts weiter als ein Ventil für eine diffuse gesellschaftliche Verunsicherung, die Angela Merkel nicht fürchten muss.