Januar, 2012

Zum Nachhören: Kritische Theorie und Emanzipation

Foto: photography.andreas, Lizenz: CC BY-NC-ND 2.0

Inzwischen sind alle Vorträge der Bielefelder Tagung „Kritische Theorie und Emanzipation“ von vergangenem November hochgeladen und freuen sich über Hörer_innen. Als da wären:

Ziel kritischer Theorie ist es übrigens, wie auf der Tagungsseite nachzulesen, „Leben und Denken im bewussten Widerspruch zu organisieren. Kurz: Weder sich von der Macht der anderen, noch von der eigenen Ohnmacht sich dumm machen zu lassen (Theodor W. Adorno).“

Emile

In der Natur sind die Bedüfniswelten noch klar: Die Animation Who I Am and What I Want zeigt, wie es sein könnte. (via)

Überall, nur nicht hier

Foto: Pedro Vezini, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Wenn es statt „Wofür lebst du eigentlich?“ nur noch „Wovon lebst du eigentlich?“ heißt: Die Zeitschrift „Testcard“ fragt in ihrer aktuellen Ausgabe nach den Überlebensmöglichkeiten der Popkritik.

Am schönsten hat es David Mackenzie in seinem Film „Perfect Sense“ veranschaulicht. Um zu zeigen, wie „Überleben“ funktioniert, braucht er nicht einmal Zombies, erst recht keine ineinander fallenden Planeten. In „Perfect Sense“ verlieren die Menschen nach und nach all ihre Sinne. Trotzdem geht ihr Leben immer irgendwie weiter: Können sie nicht mehr riechen, würzen sie ihr Essen um ein Vielfaches. Können sie nicht mehr hören, pressen sie ihre Ohren dicht an die Musikboxen. Vielleicht schmecken sie ja doch noch etwas, vielleicht fühlen sie wenigstens, wie die Vibrationen der Musik den eigenen Körper treffen.

Gegen Ende verlieren Ewan McGregor und Eva Green dann ihr Augenlicht, während sie aufeinander zugehen. Sie schaffen es gerade noch, sich aneinander festzuhalten. Eine Stimme aus dem Off sagt: „Wenn sie jetzt jemand sehen würde, sähen sie aus wie ein normales Liebespaar. Sie wissen alles, was sie wissen müssen – selbstvergessen gegenüber der Welt um sie herum. Nur so geht das Leben weiter.“

Im Überlebensmodus ist die Welt um uns herum nur noch ein Störfaktor. Ob nun in Zombie-, Katastrophenfilmen oder sonstigen Weltuntergangszenarien – selten hatte der Kampf ums Überleben einen so prominenten Platz in der Popkultur wie heute. Dabei geht es nur scheinbar immer ums Ganze: Im Grunde geht es immer nur darum, selbst irgendwie über die Runden zu kommen: die volle Dröhnung Nichts.

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