Februar, 2013

Tocotronic und die kranken Männer

Wer derzeit von der Sexismus-Debatte auf den gesellschaftlichen Stand der Aufklärung schließen will, kann eigentlich nur verzweifeln. Wie soll man auch von „vernünftigen Verhältnissen“ sprechen, wenn so vielen Männern jegliches Abstraktionsvermögen von sich und der Ordnung, in der sie leben, fehlt? So hörte man einige dieser Primaten allen Ernstes fragen, wie denn nach dem #Aufschrei die Geschlechter bei all ihren „natürlichen“ Differenzen überhaupt jemals konfliktfrei zusammenleben könnten – aka: Männer sind nun mal privilegierte Arschlöcher, deal with it.

Man könnte diese Frage um zahlreiche Texte und Zitate ergänzen, die zeigen, dass vielen (und es waren erschreckend viele) bestimmte menschliche Vermögen völlig fremd sind. Denn mit Vernunft ausgestattete Wesen könnten sehr wohl von diesen Identitätskategorien abstrahieren. Sie könnten sich sogar so weit wie möglich von ihnen abstoßen. Wenn sie dazu Musik machen, spricht man von gelingender Popkultur, in der man „sich selbst verliert“, wie es so schön heißt (und wie es Frank Apunkt Schneider im vergangenen Jahr hier vorgetragen hat). Im Folgenden ein kurzer Ausflug in das tocotronische Märchenland des Identitätsverrats.

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