“Es hätte so schön sein können”
Nach Inception haben wir es endlich wieder mal geschafft, zusammen ins Kino zu gehen – und zwar in “Melancholia”. Zwei Briefe an Lars von Trier.
Lieber Lars,
ich hoffe, es geht dir gut. Hast du dich von deinen Anfeindungen erholt?
Ich habe unlängst „Drive“ von deinem Landsmann Nikolas Windig Refn gesehen. Ein Meisterwerk. Wunderschöne Bilder. Eine Kameraführung, die ihres gleichen sucht. Ganz fantastisch auch die 80er Musik und der eingebettete Score von Angelo Badalamenti. Alles ist stimmig, das Tempo, das Casting – darunter Ryan Gosling und Albert Brooks – einfach großartig. Carey Mulligan als alleinerziehende Mutter, hin und her gerissen zwischen ihrem Mann, der gerade aus dem Knast kommt, und dem Driver, spielt phänomenal – wie in „Never Let Me Go“ von Mark Romanek.
„Drive“ ist ein Actiondrama, bei welchem sehr schnell klar ist, dass alles den Bach runtergeht. Trotz dieser Erkenntnis in der Mitte des Films will man immer weiter. Dieser Film fesselt. Es ist also ob man selbst ins offene Messer rennt, aber es gibt keinen Weg zurück. Man fiebert mit dem Hauptdarsteller mit – bis zum bitteren Ende. Ganz großes Kino!

