Tag ‘Angst’

What Do I Really Want?

Schöne neue RSA-Animation – diesmal von der Philosophin Renata Salecl zu „The Paradox of Choice“. In Anlehnung an Sigmund Freud und Slavoj Žižek beschreibt Salecl, inwieweit der Glaube an die eigene Wahlfreiheit sozialen Wandel nicht gerade erleichtert hat. Ganz im Gegenteil: Da wir uns nur noch als eigenverantwortliche Sebstverwirklicher verstehen, kann sich unsere Kritik im Falle des Scheiterns nur an uns selbst richten, und nicht mehr an die Gesellschaft.

Protestsongs? Ja, Depression

Die Spex sucht verzweifelt nach neuen Protestsongs. Dabei hat die Band Ja, Panik gerade eine ganze CD mit ihnen aufgenommen.

Das schöne an der Band Ja, Panik ist ja, dass man sie ernst nehmen kann. Zumindest seit sie nicht mehr ständig den Exzess als Ausweg aus der postmodernen Langeweile besingt: In dem verschwurbelten Prolog zu Alles hin, hin, hin, eine Art verspätete Begründung für den eigenen Bandnamen, hieß es vor zwei Jahren: „Den Prozess der Kybernetisierug aufzuhalten und das Empire zu stürzen, verläuft über eine Öffnung für die Panik.“ Die Panik hat etwas befreiendes. Ganz im Gegensatz zur Angst. Angst blockiert, sie ist handlungshemmend, sie verändert nichts, sie vermeidet. Wer aber der Panik des öfteren begegnet, der wird versuchen, sein Leben zu ändern. So die Theorie.

Jetzt ist das neue Album erschienen, es heißt DMD KIU LIDT. Darauf wird viel gesprochen, geflüstert und geschrien – ein permanenter Mix aus deutsch und englisch mit gelegentlichem wienerischen Einschlag. Ja, Panik sind ruhiger geworden, ihre Lieder heißen jetzt This Ship Ought to Sink oder Suicide. „I didn’t burn my guitar, but yes I burnt the manifestos“, singt Andreas Spechtl in The Horror – dabei schreibt er die ganze Zeit Manifeste, vor allem für den österreichischen Radiosender fm4: „Vom Überleben in der Metropole“ heißt die Serie, in der er immer wieder Textpassagen des Albums aufgreift.

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„The Wings Are Not On Fire!“

„Es besteht kein Grund zur Panik“, endet der Fernsehbeitrag. Wo sollte sie auch herkommen, die Panik? Wir haben ja gerade in allen (un)möglichen Anschlagszenerien irgendjemand sagen hören, dass das Leben irgendwie weiter geht; dass sie weiter Glühwein trinken werden. Außerdem sorgen ab sofort noch mehr Menschen für unsere Sicherheit: In den Bahnen, auf der Straße – ein Service, die Durchsagen, die einen immer wieder daran erinnern, das Gepäck nicht unbeaufsichtigt zu lassen; beruhigend, die Maschinengewehre. Und die vielen Hinweise darauf, wachsam zu sein – es funktioniert: Endlich schauen sich die Menschen in den Berliner U-Bahnen wieder gegenseitig an.

Natürlich dient unsere Angst nicht der Pilotenbespaßung. Aber egal, was passiert, „Die Warnung IST der Terror. Die Furcht VOR dem Anschlag ist der Terror.“ (Film und Zitat von hier).  Zur Terrorangst und einem möglichen Ausweg, siehe auch diesen Film hier.

Update: Schöne Aktion zum Thema >> Everything is OK on the New York Subway