Tag ‘Facebook’

Das neue Facebook: Waffe gegen den Selbstzweifel

Vor ein paar Tagen habe ich die neue Facebook-Timeline freigeschaltet. Das ist schon nett, so durch die vergangenen Jahre zu scrollen. Meinen ersten Eintrag schrieb ich im März 2008: „is at the bar“. Und kurz darauf: „is finally working on a pathetic online existence.“ Diese Arbeit geht wohl noch eine Weile weiter. Für die taz habe ich mal aufgeschrieben, warum wir diese Arbeit überhaupt auf uns nehmen, warum trotz der Kritik an Facebook und anderen Web-Oligarchen immer noch so viele Menschen scheinbar so sorglos mit ihren Daten umgehen.

Ich glaube, es handelt sich dabei um ein Tauschgeschäft. Facebooks Geschäftsmodell besteht aus einer mächtigen Illusion, die da lautet: Tausche deine Daten gegen ein „schönes Leben“. Im Grunde schließt der Text an den schon einmal von mir gemachten Versuch an, Profilbildung im Netz in erster Linie als Versuch zu verstehen, die eigenen Zweifelspiralen zu überwinden (siehe hier und hier). Der Text kommt nach dem Klick.

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#Guttbye und die Bodenständigkeit des Internets

Foto: Oszedo, Lizenz: CC BY-NC-SA 2.0

Was war der Beitrag des Netztes im Fall Guttenberg? Die Antworten auf diese Frage waren teilweise an Netzüberschätzung kaum zu überbieten. An anderer Stelle konnte man dagegen lesen, dass es „das Netz“ sowieso nicht mehr gibt – es gehöre längst zum Medien- und Politzirkus dazu, ist Mainstream geworden. Wenn man überlegt, wie stark eine Facebook-Gruppe die Berichterstattung der letzten Tage geprägt hat, könnte man sogar meinen, es sei der Star in der Manege. Was lernen wir daraus? Ein paar Gedanken zu den vergangenen Tagen.

Letzten Samstag zogen einige Alpha-BloggerInnen, der CCC, sowie Wikileaks-Aussteiger Daniel Domscheit-Berg mit rund 500 Netzmenschen vors Verteidigungsministerium, um dem “Lügenbaron” ihre Schuhsohlen zu zeigen – “weil Worte nicht mehr ausreichen”, wie Initiator Hans Hübner sagte. Das war schön. Und hat deshalb innerhalb von wenigen Tagen soviele Leute angesprochen, weil der Aufruf ein Sachthema mit einer augenzwinkernden Geste kombinierte. Bis auf wenige (Plakat: „Von Gaddafi bis Guttenberg – wir kriegen euch alle!“) haben das auch die meisten verstanden.

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Generation Zombie (II)

Am Dienstag wollte ich zeigen, dass der Zombiestatus eine Versuchung des Internets ist: Eine Art Idealzustand, der eintreten würde, falls man seinen gesamten Zweifel in die Cloud auslagern könnte. Wir hätten so durch das Netz endlich einen Weg gefunden, uns der nervenden Gedanken zu entledigen – uns von ihnen zu distanzieren. Ein schöner Gedanke. Das Problem: Wir würden uns damit selbst abschaffen. Ohne den Zweifel sind wir eben keine Menschen mehr, sondern Zombies.

Klingt abstrakt. Ich glaube aber, dass der Versuch seine eigene Negativität quasi auszulagern, eine große Versuchung des Internets ist und eine große Suchtwirkung entwickelt. Mit diesem Modell könnte man auch erklären, warum es durch das Internet tatsächlich einfacher geworden ist, alleine zu sein, und damit zumindest die These 26 von Douglas Couplands großartigem Pessimist’s Guide To The Next Ten Years („Being alone will become easier“) stützen: Es wird einfacher, weil meine Gedanken eben nicht mehr in meinem Kopf, sondern irgendwo da draußen sind. Zumindest solange der Computer oder das Smartphone an ist.

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Generation Zombie (I)

Foto: Dimitriy Rebus Larin, Lizenz: by-nc-nd

Die Schriftstellerin Zadie Smith wird seit ihrem Bestseller „White Teeth“ immer wieder als Sprachrohr einer Generation bezeichnet. Am Wochenende erschien nun eine übersetzte Version ihres Textes „Generation Why?“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Smith hat „The Social Network“ geguckt, dazu Jaron Laniers „You are not a Gadget“ gelesen und versucht sich so an einem Porträt der Generation Facebook.

Smith ist 35 Jahre alt und war zwei Monate bei dem blauen Riesen. Das scheint ein bisschen kurz. Auch Laniers Abrechnugen mit dem Internet kennt man bereits. Sie lesen sich in weiten Strecken so, als müsste Lanier eine enttäuschte Liebe verarbeiten. Und trotzdem lässt sich aus Smiths Text ein Porträt unserer Zeit ziehen. Nur eben anders herum: Lanier und Smith, wie andere Netzkritiker, warnen immer davor, dass wir der Technik unsere „Menschlichkeit“ opfern und deshalb zu gefühllosen, herdengesteuerten Zombies werden. Was aber, wenn wir genau das wollen – endlich zum Zombie werden?

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The Social Network: I wish I was special

Creep – wohl kein Song ist besser geeignet als Soundtrack zu David Finchers Facebook-Hommage The Social Network. Neben den zahlreichen Trailer-Parodien, hier ein alternativer Film von Dashock07:

A vision of the brutality of imposed conformity in the computer age. Faceless inhabitants of this carefully engineered reality type their lives away in endless rows of zeros and ones. When the number four unexpectedly infiltrates one computer, the system soon proves to be less airtight than intended. This call for individuality and self-expression leads to confusion and trauma, unleashing the protagonist into a liberating, yet painful, creative experience.