Tag ‘Geld’

Das Geld und das Nichts

Das Geld hat seinen Geruch verloren, sagt Georg Seeßlen in diesem kurzen Video. Einen Geruch, den jener Geldschein noch hatte, mit dem wir Essen gegangen oder ein konkretes Bedürfnis befriedigt hätten. Das Geld verschwinde immer mehr ins Virtuelle und verwandle sich in abstrakte Ziffern. Und da das Geld nicht mehr greifbar ist, bleibe auch die so oft beschworene Revolte aus.

Zwar habe Marx den Fetischcharakter des Geldes noch erklären können. Doch seitdem das Geld nicht mehr konkret akkumulierte Arbeit verkörpere und stattdessen in einem virtuellen Raum in sich selbst kreist – wem solle man da überhaupt noch Geld wegnehmen? Das Geld hat keinen Ort mehr, sagt Seeßlen, es geht ins Nichts, und „wenn das Geld ins Nichts geht, dann gehen wir auch ins Nichts – das ist völlig klar.“

Wenn Deutschland dicht ist, hilft nur die Liebe

Bild: Christopher Tauber (piwi)

Dietmar Dath schreibt viel. Zuviel, findet die taz und hat ihm letzten Monat empfohlen, ein bisschen weniger Geschichten aus dem „Dath-Kontinuum“ auf den Markt zu werfen. Da hatte Dath gerade eine Rosa-Luxemburg-Biographie und das „politische Bilderbuch“ Deutschland macht dicht veröffentlicht. Das kommt mit jeder Menge Illustrationen und ist so viel leichter bekömmlich als die wundersame Dystopie Die Abschaffung der Arten vor zwei Jahren. Schöner kann es im Dath-Kontinuum eigentlich nicht mehr werden.

Deutschland macht dicht spielt in Frankfurt. Da lebt Hendrik. Hendrik schaut immer ein bisschen traurig. Doch in Frankfurt und Deutschland ist alles irgendwie traurig. Menschen demonstrieren, aber sie wissen nicht mehr wofür. Der „älteste Kommunist Deutschlands“ sitzt in seinem Keller, „fest eingewickelt in seine Melancholie“, und wünscht sich, er sei in einer anderen Welt. Oder zumindest, dass endlich etwas passiert. „Zuspätkommunist“, wie er von Rosalie genannt wird. weiterlesen