Was für eine CD. Vor einem Jahr wollte “Dark Night of the Soul” keiner rausbringen, dann starben die Musiker Mark Linkous und Vic Chesnutt. Jetzt gibt es das Album doch noch im Laden. Hier der kurze Film von David Lynch. Schönstes Lied: The Flaming Lips – Revenge.
“Kratz dich raus” ist die erste Platte von Hans Unstern. Für die Spex ist sie schon jetzt ein Kandidat für das deutschsprachige Album des Jahres, Die Zeit lobt Unsterns “unzeitgemäße Unverdaulichkeit”. “Ein staubiges Europa ist das Interieur dieser Platte”, kann man auf Unsterns Homepage lesen – die ”Sehnsucht nach dem unbedingten unterwegs sein, die (…) sich vehement gegen die Allmacht der Echtzeit stemmt, eine melancholische Verstimmung, die erst das neue Jahrhundert mit sich brachte.” Permanent unterwegs, doch Unstern findet nur Ein Coversong – so der Titel des neuen Videos. Warum?
Christine Watty vom Deutschlandradio Kultur hat die letzten Tage per Twitter die schönsten Vogel-Songs gesucht. Das Matrosenlied “Die großen weißen Vögel” von Ingrid Caven bekam die meisten Tweets – seit ein paar Jahren der wunderschöne Rausschmeißer nach Tocotronic-Konzerten. Vergangenen Monat war ich fast ein bisschen froh, als die Vögel endlich dran waren.
Ich habe Tocotronic nie verstanden. Als sie 2002 ihr Weißes Album herausgebracht haben, bin ich etwas irritiert, aber dennoch euphorisch auf ihr Konzert gegangen und nervte Sänger Dirk von Lowtzow auf dem Weg zur Konzerthalle: “Spielt ihr heute Gehen die Leute?” – “Nein”. “Letztes Jahr im Sommer?” – “Nein”. “Was spielt ihr überhaupt?” – “Heute spielen wir gar nichts.”
“Love is when we can say that we have the sky, and the sky has nothing”, lautet ein Kommentar von Alain Badiou zum Werk Samuel Becketts, der auch zu Peter Licht passen würde: “Räume räumen” ist ein Lied, das ein gefühltes Universum beherbergt, mit einer Klaviermelodie unterlegt, verneint, und dann “in weiter Ferne lauter Licht” verspricht. In den letzten Tagen konnte man nun vereinzelt Kinder beobachten, die den Himmel über Berlin in kleine Laternen packten und damit durch die Straßen stolperten. Alles schön. Und dann beginnt Peter Licht den Abend im Deutschen Theater – drei Tage nach dem gesamtdeutschen Freiheits-Rausch – mit den Worten: “Wir singen die Freiheit”. Muss das sein?