Tag ‘Peter Licht’

Das Ende der Widersprüchlichkeiten

„Der Kapitalismus sorgt für mich“, hat Peter Licht der FAZ gesagt. Letztens sei ihm die Brille kaputt gegangen, und der Kapitalismus habe ihm eine neue besorgt. Weil Peter Licht trotzdem Lieder vom „Ende des Kapitalismus“ singt, folgert die FAZ, dass er ein konservatives Moment zurück in den Pop bringe – die Einsicht, selbst Teil des Systems zu sein. Statt Klarheit und Krawall gebe es Luhmann und Sloterdijk.

Nun ist von Sloterdijk ist auf dem neuen Album glücklicherweise herzlich wenig zu hören: Seine Rilke-Exegese „Du musst dein Leben ändern“ wiederholt Peter Licht so oft, bis nur noch ein netter Singsang bleibt. „Nur welches Leben soll ich ändern, und welches eben nicht“, fragt Peter Licht stattdessen zurück. Wie er überhaupt eine Menge fragt. So bleibt die Frage: Mit was für einer Haltung haben wir es hier zu tun? Denn nichts anderes versucht Kunst, sie will eine Haltung zur Welt ausdrücken.

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Mehr Licht!

Peter Licht

„Love is when we can say that we have the sky, and the sky has nothing“, lautet ein Kommentar von Alain Badiou zum Werk Samuel Becketts, der auch zu Peter Licht passen würde: „Räume räumen“ ist ein Lied, das ein gefühltes Universum beherbergt, mit einer Klaviermelodie unterlegt, verneint, und dann „in weiter Ferne lauter Licht“ verspricht. In den letzten Tagen konnte man nun vereinzelt Kinder beobachten, die den Himmel über Berlin in kleine Laternen packten und damit durch die Straßen stolperten. Alles schön. Und dann beginnt Peter Licht den Abend im Deutschen Theater – drei Tage nach dem gesamtdeutschen Freiheits-Rausch – mit den Worten: „Wir singen die Freiheit“. Muss das sein?

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